"Das Leben wird nicht an der Anzahl unserer Atemzüge gemessen, sondern an den Momenten, die uns den Atem rauben..." (George Carlin) - Gedanken, Poesie, Träume, Musik und viel Schönes
Mittwoch, 6. Februar 2019
Donnerstag, 24. Januar 2019
Man muss nie verzweifeln...
Man muß nie verzweifeln,
wenn einem etwas verloren geht -
ein Mensch
oder eine Freude oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder.
Was abfallen muß, fällt ab,
was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es
geht alles nach Gesetzen vor sich,
die größer als unsere Einsicht sind
und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muß in sich
selber leben und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen
Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte,
denen gegenüber es nichts
Vergangenes und Verlorenes gibt.
(Rainer Maria Rilke)
Donnerstag, 20. Dezember 2018
Weihnachten...
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| (Bildquelle: Marco Polo) |
Markt und Strassen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
oh du gnadenreiche Zeit!
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
oh du gnadenreiche Zeit!
(Joseph von Eichendorff)
* Ich wünsche allen meinen Lesern von Herzen schöne, lichtvolle und friedliche Weihnachten *
Dienstag, 30. Oktober 2018
Sei berührbar...
Wenn du an deinem Lebensabend auf dein vergangenes Leben zurückblickst, wünsche ich dir, dass du sagen kannst:
Ich war berührbar, statt belastbar.
Ich habe mitgefühlt, statt mich zu verschließen.
Ich
war emotional, bin auf den Wellen meiner Gefühle gesurft, statt in
jeder Situation sachlich, rational und nüchtern zu bleiben.
Ich habe mich dem Schmerz hingegeben, statt wie der sprichwörtliche Indianer keinen Schmerz zu kennen.
Ich habe geweint, statt immer meinen Mann zu stehen.
Ich bin da geblieben und habe mich nicht aus dem Kontakt geschlichen.
Ich war nah an meinem verletzlichen Kern,
statt mir ein dickes Fell zuzulegen.
Ich habe auch in schwierigen Situationen mein authentisches Selbst gezeigt, statt mich hinter Masken und Rollen zu verstecken.
Ich
habe mir und anderen gegenüber ehrlich geäußert, was zu viel für mich
ist und was ich brauche, um gut leben und arbeiten zu können, statt
meine Bedürfnisse unter den Teppich zu kehren.
Ich habe aufgehört, ständig über meine Grenzen zu gehen.
Ich habe mich meinem Inneren zugewendet und mir Ruhe gegönnt, statt ständig mein Äußerstes zu geben.
Ich habe achtsam ausgewählt, was mich nährt und mir tatsächlich guttut, statt auf allen Hochzeiten zu tanzen.
Ich
war manchmal verloren und orientierungslos, statt zielorientiert mit
Siebenmeilenstiefeln meine Selbstoptimierung voranzutreiben.
Ich habe mich manchmal an den kleinen Schritten erfreut, statt immer das Maximale herausholen zu wollen.
Ich habe rechtzeitig Pausen gemacht, statt mich über die letzten Reserven hinaus zu weiteren Hochleistungen zu pushen.
Ich bin manchmal für einige Zeit liegen geblieben, statt gleich aufzustehen, mein Krönchen zu richten und weiterzugehen.
Ich war manchmal schwach und hilfsbedürftig, statt immer stark und unabhängig zu sein.
Ich habe mir erlaubt Hilfe anzunehmen und nicht immer nur derjenige zu sein, der eine starke Schulter bietet.
Ich habe mich den tiefsten Tiefen und den höchsten Höhen meiner Gefühle hingegeben, statt immer die Kontrolle zu behalten.
Ich
habe Verbundenheit mit mir selbst, mit anderen und mit der Natur, dem
Kosmos erfahren, statt dem ständigen Geplapper meines Egos zu lauschen.
Ich habe unbeschreibliche Facetten und Farbnuancen entdeckt, wo andere nur Schwarz, Grau und Weiß sahen.
Ich habe meinen inneren Reichtum schätzen gelernt, wenn andere von nutzlosem Träumen und Trödeln sprachen.
Ich habe manchmal den Sprung gewagt, auch wenn ich nicht sicher wissen konnte, ob da ein Netz ist, das mich auffängt.
Ich habe mir erlaubt, weich und sensibel zu bleiben, statt hart und angepasst zu werden.
Ich
habe gelernt, meine Feinfühligkeit zu schätzen und gut für mich zu
sorgen, statt den Anforderungen und Wünschen anderer zu entsprechen.
Ich habe meine Sensibilität zunehmend als besondere Fähigkeit für mein Miteinander mit Menschen gesehen, nicht als Schwäche.
Ich habe meine Einzigartigkeit erkannt und mich nicht für mein Anderssein geschämt.
Ich bin mutig meinen Weg gegangen und habe damit den Weg für andere geebnet.
Ich war berührbar und berührte andere.
(Bettina Gießler)
Dienstag, 16. Oktober 2018
So wie die Regentropfen...
So wie die Regentropfen den Pflanzen Leben schenken,
sollen deine
Enttäuschungen die schlechten Tage begraben
und bessere Zeiten zum Leben
erwecken.
So wie die Blätter im Herbst von den Bäumen abfallen,
um im
Frühling wieder neu aufzublühen,
sollen die Traurigkeiten deines Lebens
dich auffordern,
mit Hoffnung und Mut an den Zauber
eines Neubeginns zu
glauben.
So wie der Samenkorn von heute
zu der prachtvollen Pflanze von
morgen erwachsen wird,
so wird dein Kummer von heute
schon morgen
verwelken
und zu deiner unverzichtbaren, erleuchtenden Erfahrung werden...
(Esragül Schönast)
Freitag, 14. September 2018
Meine Seele hat es eilig...
Ich zählte meine Jahre und entdeckte,
dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte.
dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte.
Ich fühlte mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann:
Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte,
dass nur noch wenig übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen.
Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte,
dass nur noch wenig übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen.
Ich habe keine Zeit mehr für unendliche Konferenzen,
wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert,wissend, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen,
die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert,wissend, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen,
die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr,
mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.
mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.
Ich will nicht in Meetings sein, wo aufgeblähte Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen,
um sich ihrer Stellen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Die Menschen, die keine Inhalte diskutieren, sondern nur die Titel.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen,
um sich ihrer Stellen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Die Menschen, die keine Inhalte diskutieren, sondern nur die Titel.
Meine Zeit ist zu knapp, um Überschriften zu diskutieren.
Ich will das Wesentliche, denn meine Seele hat es eilig.
Ich will das Wesentliche, denn meine Seele hat es eilig.
Ohne viele Süßigkeiten in der Packung…
Ich möchte neben Menschen leben, die sehr menschlich sind.
Die über Fehler lachen können.
Die sich auf ihre Erfolge nichts einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen.
Die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen.
Und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.
Die über Fehler lachen können.
Die sich auf ihre Erfolge nichts einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen.
Die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen.
Und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.
Das Wesentliche ist das, was das Leben lohnenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die das Herz anderer zu berühren wissen.
Menschen, denen die harten Stöße des Lebens beibrachten,
zu wachsen mit sanften Berührungen der Seele.
Menschen, denen die harten Stöße des Lebens beibrachten,
zu wachsen mit sanften Berührungen der Seele.
Ja…ich habe es eilig…um mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine Süßigkeiten mehr zu verschwenden, die mir noch bleiben.
Ich bin sicher, dass sie köstlicher sein werden als die,
die ich bereits gegessen habe.
die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen-
in Frieden mit mir, meinen Liebsten und meinem Gewissen.
in Frieden mit mir, meinen Liebsten und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt,
wenn du merkst, dass du nur eines hast.
wenn du merkst, dass du nur eines hast.
(Mario de Andrade)
Samstag, 9. Juni 2018
Ich denk' an dich...
Ich denk’ an dich ...
Ich denk’ an dich, und meine Seele ruht
Ich denk’ an dich, und meine Seele ruht
in dem Gedanken aus an dich,
dem Schiffer gleich, der aus bewegter Flut
zum stillen Hafen rettet sich.
zum stillen Hafen rettet sich.
Als wie am Tag ein wilder Vogel fliegt,
waldaus, waldein, nach seiner Lust,
doch bei der Nacht ins weiche Nest sich schmiegt,
so schmieg’ ich mich an deine Brust.
Ich ruh’ in dir, in deiner Liebe ruht
der Drang der Seele wild und scheu;
Unsicher ist des Lebensmeeres Flut,
und du allein bist ewig treu.
(Friedrich Rückert)
der Drang der Seele wild und scheu;
Unsicher ist des Lebensmeeres Flut,
und du allein bist ewig treu.
(Friedrich Rückert)
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